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Vision 1 - Gottes Haus
27.07.2009 - 13:19

Aus heutiger Sicht möchte ich folgendes dazu sagen:

Wer kennt sie nicht, die Neigung, mit den eigenen Überzeugungen recht behalten zu wollen und andere von ihnen überzeugen zu müssen? Manchmal geschieht dies aus tiefster Überzeugung, manchmal aus der Angst heraus, selbst auf einem falschen Weg zu sein. Und nicht selten verlieren wir dabei aus den Augen, dass Glaube nicht durch Druck oder Zwang wachsen kann, sondern durch die Liebe.

Ganz gewiss sind uns solche oder ähnliche Eigenschaften auch aus dem eigenen Inneren nicht völlig unbekannt.

Wenn wir ehrlich auf uns selbst schauen, müssen wir erkennen, dass das Wesen des Lammes in uns manchmal nur wenig Raum findet. Unsere eigenen Vorstellungen, unser Bedürfnis nach Recht und unsere festgefügten Überzeugungen können es in den Hintergrund drängen.

So stehen wir uns bisweilen selbst im Weg und überhören den göttlichen Ruf: „Komm hierher!“

Matth.: 7,13
“Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind's, die auf ihm hineingehen. Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind's, die ihn finden! Seht euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.“

Diese Worte Jesu sind eindringlich und geben uns Anlass, achtsam zu sein. Sie fordern uns dazu auf, nicht alles ungeprüft anzunehmen, was uns als Wahrheit begegnet, sondern hinzuschauen, zu prüfen und uns dabei immer wieder am Wesen Christi auszurichten.

Eine weitere Eigenschaft, die uns allen vertraut sein dürfte, ist die Gleichgültigkeit. Sie kann sich leise in unser Leben einschleichen. Wir sehen manches, ohne wirklich hinzuschauen, hören manches, ohne es an uns heranzulassen, und gehen an der Not anderer vorüber, ohne uns berühren zu lassen. Auch darin kann sich etwas zeigen, das dem Wesen des Lammes entgegensteht.

Vielleicht dürfen wir auch dieses Verhalten im Bild des dritten Schafes betrachten.

Wenn wir nach innen schauen, spielt es keine Rolle, an welchem Ort der Welt wir leben, was wir glauben, welcher Religion wir angehören oder wie wir das Geschehen um uns herum beurteilen. Jeder von uns ist eingeladen, sich mit dem Wesen des Lammes auseinanderzusetzen.

Was erkennen wir darin? Was davon darf in uns lebendig werden, und was halten wir vielleicht noch von uns fern? Wo lassen wir uns von unseren eigenen Vorstellungen gefangen nehmen, und wo hindern uns Stolz, Rechthaberei oder Gleichgültigkeit daran, der Liebe Raum zu geben?

Vielleicht dürfen wir uns auch fragen, ob wir manchmal allzu selbstverständlich davon ausgehen, dass mit uns alles in Ordnung sei, weil Jesus Christus für unsere Sünden gebüßt hat. Nehmen wir seine Gnade wirklich an, ohne dabei zu vergessen, dass sie uns zugleich zur Umkehr und zu einem Leben in seiner Liebe einlädt?

Off. 22.1
"Und er zeigte mir einen Strom lebendigen Wassers, klar wie Kristall, der ausgeht von dem Thron Gottes und des Lammes;"

Off. 21, 23
"Und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, daß sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.

Aus christlicher Sicht dürfen wir Jesus Christus, dem Lamm Gottes, auf Augenhöhe und ohne jede Scheu begegnen. Wir dürfen seine Lehre beherzigen, unseren Glauben im Blick auf ihn stärken und guten Mutes sein, ihm zu folgen.

Das Wesen des Lammes zu ergründen und es in uns lebendig werden zu lassen, darum geht es. Nicht nur an einem einzelnen Tag, sondern immer wieder aufs Neue. So dürfen wir uns fragen, was es bedeutet, in seiner Liebe zu leben, und wie wir dieser Liebe in unserem Denken, Reden und Handeln Ausdruck verleihen können.






Osponde


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