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| Die 7 Visionen - Wie es dazu kam |
Ich war gerade 17 Jahre alt, als sich mein Leben auf eine Weise veränderte, die ich damals noch nicht verstehen konnte. Über mehrere Tage hinweg stellte sich alles, was mir bis dahin als Wirklichkeit erschienen war, auf den Kopf.
Nun muss man wissen, dass ich zu dieser Zeit nicht besonders religiös war. An einen Gott wollte ich wohl glauben, zumindest zog ich es in Betracht. Über ein Christkind hätte ich mehr erzählen können als über Jesus Christus. Ich hielt das alles für eine Geschichte, gleich einem Märchen, die wahr sein konnte oder auch nicht. Außerdem war mir dieses Buch – die Bibel – zu dick, um ernsthaft in Betracht zu ziehen, es zu lesen.
Doch irgendwie ließ mich das Thema des Glaubens nicht los. Ich beschäftigte mich intensiv mit der Parapsychologie, mit der Seelenwanderung indischer Gurus und mit dem Exorzismus. Das alles verwirrte mich sehr und machte mir auch Angst. Dann fing ich an zu beten und suchte mit all meinen Sinnen nach Gott.
Nach einiger Zeit traten die Visionen auf. War eine Vision beendet, war es mir, als kehrte ich in meinen eigenen Körper zurück, und ich brauchte immer eine kurze Weile, um ihn wieder bewegen zu können. Es war, als wäre ich weg gewesen. Eine solche Vision war völlig erschöpfend. Das zog sich über mehrere Tage hin. Ich vermochte nicht zu sagen, was es war, das mich hier die Stellung halten ließ. Irgendwie war mir, als würde eine innere Stimme mir sagen: „Halte aus, es geht vorbei, dir kann nichts passieren.“
Wie dem auch sei, ich saß im Bett, und selbst das Husten eines Flohes wäre meinem Ohr nicht entgangen, so voller Anspannung war ich. Ich hatte große Angst, war aber gleichzeitig neugierig und glaubte wirklich, über kurz oder lang hier schon alles regeln zu können. Vor meinem Bett hatte ich mittlerweile lauter Kreuze gelegt. Ich hatte sie aus Streichhölzern gemacht, einige Kerzen brannten, und ein Kreuz hatte ich mir um den Hals gehängt.
Ich suchte etwas, woran ich mich festhalten konnte. Bis hierher hatte ich die Visionen nicht verstanden und nahm immer noch an, dass sie mehr oder weniger auf meinem eigenen Mist gewachsen seien. Auch mein eigenes Beten nahm ich nicht unbedingt ernst. An diesem Abend beschloss ich, nicht mehr in meinem Zimmer zu schlafen, und zog ins Wohnzimmer. Die Gelegenheit war günstig, denn meine Eltern wollten noch einmal ausgehen. Ich beschloss, noch ein wenig fernzusehen und einfach auf der Couch einzuschlafen.
Eben noch hatte ich mich von meinen Eltern verabschiedet, hörte die Haustür zufallen und machte gerade den Lichtschalter aus, um mich auf die Couch zu legen, als es ans Fenster klopfte. Wir wohnten im Erdgeschoss, und es war völlig normal, dass jemand, der abends noch bei mir vorbeikam, ans Fenster klopfte. Ich machte das Licht wieder an und ging Richtung Fenster. Jetzt erst bemerkte ich, dass die Rollläden unten waren. Ein riesiger Schrecken fuhr mir durch die Glieder. Hier in diesem Raum war nur ich, und trotzdem hatte jemand laut und deutlich dreimal gegen das Fenster geklopft.
Das hatte mich hart getroffen, denn bisher hatte ich mich in der Alltäglichkeit bewahrt gefühlt, oder wie man es auch nennen mag. Alles, was bisher geschehen war, spielte sich in einer Art Trance ab, wobei ich nie genau wusste, ob ich schlief oder wach war.
Werde ich in einen Bann gelegt, halluziniere ich, ist alles reine Nervensache oder irre ich dann und wann in einer anderen Dimension umher?
Jetzt schien alles aus dem Ruder zu laufen. Im hellwachen Zustand, auf den Füßen stehend, bekam ich es nun mit „Klopfgeistern“ zu tun. Aber noch immer wehrte ich mich gegen den Gedanken, es hier mit etwas Übernatürlichem zu tun zu haben. Das Thema Wohnzimmer hatte sich nun erledigt, und schnell fand ich mich in meinem Zimmer wieder. Diese Nacht sollte ich Ruhe haben, und so etwas wie dieses Klopfen blieb eine einmalige Angelegenheit.
Ich fing nun an, in der Bibel zu lesen, und befasste mich intensiv mit Jesus Christus. Jedes Wort, das er sagte, verstand ich. Von der Notwendigkeit, gerettet zu werden, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts, aber tief ergriffen war ich von seiner Liebe. Ich nahm ihn Wort für Wort ernst und war darüber glücklich.
Allen anderen Mist ließ ich fallen, erkannte seine Bedeutungslosigkeit und sehnte mich nach Erkenntnis. Ich fühlte mich meinem Ziel schon nahe.
In der darauffolgenden Nacht hatte ich die Vision mit der tanzenden Frau und dem Teufel. Ich weiß noch, wie meine Mutter die Tür aufriss und ziemlich verstört war. Ich konnte mich gerade wieder bewegen und sie beruhigen. „Ein schlechter Traum“, sagte ich zu ihr, „und es geht schon wieder.“
Was sie dann sagte, erschrak mich zutiefst: „Das hat sich schlimm angehört. Als wenn du drei Meter unten in der Erde gewesen wärst.“
Sie wirkte sehr verwirrt, voller Sorge, lachte dabei und war über meinen Zustand sichtlich erleichtert. Sie wusste ja nicht, was sie in ihrer Aufregung daherredete.
Der Gedanke, dass ich mir etwas einbildete, schwand immer mehr. Hoffnung, dass es zu einem Ende kommen würde, hatte ich dennoch. Ich setzte nun meine ganze Hoffnung auf Gott. Er schien mir das einzig Sinnvolle. Auch wenn ich nach wie vor in Betracht zog, dass alles Trugbilder sein mochten, hatte die ganze Sache einen Haken. Nicht mit Schafen, Klopfgeistern oder bösen Kobolden hatte ich es zu tun. Der Teufel selbst machte sich die Mühe, mich zu besuchen. Das hatte gesessen.
Ich wusste: Wenn ich hier nicht aus eigener Kraft herauskam oder durch den Glauben an Gott, würde ich keinen Frieden mehr finden. Ich hatte nun erstmals ernsthafte Sorge um mich. Wer sollte mir hier helfen?
Vieles musste ich ertragen, hatte zu keiner Zeit die Möglichkeit, eigenständig zu agieren. Meinen Gefühlen ausgeliefert, harrte ich aus und hoffte auf ein Ende. Das Ganze wurde von inneren Eingebungen und Erkenntnissen begleitet, sodass mir vieles wie Schuppen von den Augen fiel. Obwohl ich voller Zweifel war und mir selbst nicht über den Weg traute, hatte ich das Gefühl, mich Gott immer mehr zu nähern.
In der folgenden Nacht sollte alles zu Ende kommen. Der König aller Könige hatte sich mir offenbart und einen gewaltigen Eindruck in mir hinterlassen.
Nun wusste ich aus tiefstem Inneren heraus, dass mir nichts mehr passieren würde. Obwohl ich gar nicht wusste, wer der König der Könige sein sollte, kam es mir innerlich so vor, als müsse er das Sagen haben. Von da an konnte ich wieder ruhig schlafen. Kam in den folgenden Tagen Angst auf, gedachte ich seiner und dessen, was er gesagt hatte. Dadurch fand ich schnell meine Ruhe.
Ein paar Tage später hatten wir Besuch. Es war ein Bekannter meines Stiefvaters, und er war Christ. So fragte ich ihn, ob er jemals etwas von einem König aller Könige gehört habe.
„Das ist Jesus“, sagte er, und ein Schauer lief mir über den Rücken.
Nicht im Geringsten hatte ich ernsthaft geglaubt, mit meiner Frage Erfolg zu haben. Ich nahm sofort die Bibel und verdrückte mich in mein Zimmer. Ich las in der Offenbarung, was ich kaum glauben konnte, und war völlig von den Socken. Hier las ich über ihn, so, wie ich ihn empfunden hatte, als ich ihn sah. Seine Stimme wurde so beschrieben, wie ich sie in der Vision gehört hatte. Sie klang wie das Rauschen eines Baches und seine Erscheinung war genau so, wie ich sie gesehen hatte.
Fürs Erste war meine Suche nun beendet. Ein Woher und Wohin konnte ich zu den Akten legen. Ich wusste um Gott, um seinen Sohn Jesus Christus, und ich fand keine Möglichkeit, auch nur irgendwie dagegen zu argumentieren.
Ich glaubte nicht, sondern ich wusste.
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