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Autorenecke   Dem Herrn gefällt schon lange Dein Tun
22.01.2007 von Osponde

 


Im Alten Testament gibt es im Buch der Prediger eine Stelle, die es mir
gerade sehr angetan hat:



Prediger 9

7 Geh hin, iss dein Brot mit Freude und trink deinen Wein mit frohem Herzen! Denn längst hat Gott Wohlgefallen an deinem Tun. 8 Deine Kleider seien weiß zu jeder Zeit, und das Salböl fehle nicht auf deinem Haupt. 9 Genieße das Leben mit der Frau, die du liebst, alle Tage deines nichtigen Lebens, das er dir unter der Sonne gegeben hat, all deine nichtigen Tage hindurch! Denn das ist dein Anteil am Leben und an deinem Mühen, womit du dich abmühst unter der Sonne. 10 Alles, was deine Hand zu tun findet, das tue in deiner Kraft! Denn es gibt weder Tun noch Berechnung, noch Kenntnis, noch Weisheit im Scheol, in den du gehst. 11 Ferner sah ich unter der Sonne, dass nicht die Schnellen den Lauf und nicht die Helden den Krieg und auch nicht die Weisen Brot und auch nicht die Verständigen Reichtum und auch nicht die Kenntnisreichen die Beliebtheit, sondern Zeit und Geschick trifft sie alle.



Da steht doch tatsächlich, dass Gott bereits und schon lange Wohlgefallen an meinem Tun hat. Wie kann er das? Sind da nicht auch Dinge in meinem Leben, die nicht so löblich sind? Habe ich nicht zur Genüge Dinge getan, die nicht in die Kategorie: „Das hätte auch Jesus getan?“ fallen. Wie kann Gott also schon Wohlgefallen an meinem Tun haben? Und er setzt ja noch einen drauf, indem er sagt: „Don’t worry – be happy!“; genieße dein Leben, trinke ein Weinchen hier, habe Fun mit deiner Frau dort und sei einfach glücklich!


Passt das in unser Bild eines Gottes, der woanders doch sagt, dass wir seine Gebote halten sollen und dass die Sünder nicht in den Himmel kommen?


Nächste Frage: Wenn das also so ist, warum laufen dann nicht alle Dinge in unserem Leben wie am Schnürchen und warum flutscht nicht alles wie geschmiert? Wenn Gott doch schon all unser Tun gefällt, was hindert ihn dann noch, uns zu segnen?


Nun will ich das Chaos der Fragen nicht weiter vertiefen, vor allen Dingen schon deshalb nicht, weil ich sie ja selbst alle gestellt habe. Ich will mit diesem Einstieg zu einem Thema leiten, dass mir sehr am Herzen liegt, mit dem Ziel, dass bei dem Einen oder Anderen vielleicht sein Bild von Gott etwas verändert oder gerade gerückt wird!


Wir haben zwei Bereiche angesprochen, die ich etwas genauer unter die Lupe nehmen will:


Gottes Wohlgefallen an Dir, und Deine Sünde!


1. Timotheus 4,10

denn dafür arbeiten und kämpfen wir, weil wir auf einen lebendigen Gott hoffen, der ein Retter aller Menschen ist, besonders der Gläubigen.



Gott hat dadurch, dass er seinen einzigen Sohn Jesus für unsere Sünden hingegeben hat, auf seiner Seite das Nötige und Hinreichende getan, damit alle Menschen errettet werden können. Was müssen die Menschen tun, um diese Rettung wirklich zu erfahren? Sie müssen das nur glauben und Gott in ihr Herz einladen, das ist alles!!!


Röm 10

9 dass, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst.



Und was müssen wir noch tun? Vielleicht gute Werke tun oder Gebote halten? Nein, sonst hieße es: „Wer mit dem Herzen glaubt, mit dem Munde bekennt und danach gute Werke tut“ - oder ähnlich!! Das steht aber nirgends!


Was muss ich dann also noch tun, wenn ich errettet bin? Das steht schon im Prediger: Genießen! Erst wenn wir wirklich glauben, dass Gott Wohlgefallen an uns hat, egal was wir tun, können wir unser Leben genießen und damit anfangen, sauber zu bleiben. Wenn wir noch glauben, dass unsere Rettung noch von unseren Werken oder unserem weißen Gewand, wie es so schön heißt, abhängig ist, haben wir schon verloren! Dann wäre Jesus nur ein Retter der sauberen Menschen, aber die Bibel sagt es anders:


Markus 2

17 Und Jesus hörte es und spricht zu ihnen: Nicht die Starken brauchen einen Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder.



Was sind eigentlich Sünden? Was ist das Problem an der Sünde? Es geht ja anscheinend nicht darum, dass wir Gott mehr gefallen, wenn wir weniger sündigen und anders herum.


Warum will dann Gott, dass wir nicht mehr sündigen, wenn er sowieso an uns Wohlgefallen hat? Vielleicht haben die Dinge, die mit Sünde zu tun haben, nicht so sehr mit Gottes Wohlgefallen zu tun, als mit unserem Segen und unserem Wohlergehen.


Das Wort Sünde heißt eigentlich Zielverfehlung. Wir sündigen überall dort, wo wir auf dem Weg durchs Leben und mit Gott denken, es gäbe Abkürzungen, damit wir vorbei an Gottes Ordnungen schneller an unser Ziel kommen und die Lust bekommen, die wir uns wünschen. Anders gesagt: Sünde heißt ohne Gott genießen zu wollen. Mit dem Genießen hat Gott ja gar kein Problem, das haben wir ja im Prediger gelesen, sondern womit?


Jakobus 1

15 Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.



Das Problem ist, dass die Abkürzungen im Leben uns nicht nur nicht ans Ziel bringen, sondern dass sie uns bewusst suggeriert werden, damit wir den Tod ernten. Gott liebt Dich, aber er weiß, dass überall, wo Du sündigst, Du Dir selber dicke Probleme machst. Sünde hindert Gott nicht daran uns zu segnen, sondern sie hindert uns daran, den Segen zu empfangen.


Matthäus 5

45 damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist! Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte



Wir müssen endlich mal wegkommen von dem Denken, dass Gott uns nicht segnen möchte, wenn es uns mal nicht gut geht oder wir etwas Falsches getan haben. Gott ist ein Retter aller Menschen und hat in Jesus für alle Menschen schon alles getan, damit der Segen bereit steht.


Unsere Sünde ist das Problem. Es sind unsere Maßnahmen den Segen anders zu erlangen, uns selbst zu helfen und vorbei an Gottes Ordnungen genießen zu wollen. Das ändert auf Gottes Seite nichts am Segen.


Unsere Sünde ist das Problem. Es sind unsere Maßnahmen den Segen anders zu erlangen, uns selbst zu helfen und vorbei an Gottes Ordnungen genießen zu wollen. Das ändert auf Gottes Seite nichts am Segen.


1. Korinther 6

12 Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles ist nützlich. Alles ist mir erlaubt, aber ich will mich von nichts beherrschen lassen.



Die Suggestionen der Sünde sollen uns nicht beherrschen, aber wir sind von Gott wirklich freigelassen. Er sucht keine Marionetten, die seinen Willen roboterhaft ausführen und wenn Gott sich dann herablässt, belohnt er uns für unseren Gehorsam hin und wieder, so wie wir das vom Weihnachtsmann und vom Jahreslos der Aktion Mensch kennen.


Gott hat die Erde geschaffen mit allen Naturgesetzen und jedem Bauplan von Leben, den es nur gibt. Gott hat auch die Menschen erschaffen und weiß besser als jeder andere wie sie ticken. Deshalb sind die Regeln der Bibel eine perfekte Anleitung mit anderen Menschen und der gesamten Schöpfung umzugehen. Aber unser Umgang miteinander und mit der Schöpfung beeinflusst nicht Gottes Zuneigung zu uns.


1Kor 13,5

5 sie (die Liebe) benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu,



Gott hat schon lange Wohlgefallen an uns. Schlecht geht es uns überall da, wo wir uns selbst bestrafen, indem wir sündigen, obwohl wir eigentlich das ganze Gegenteil erreichen wollen. Das hat nichts mit Gott zu tun. Und das sollten wir verstehen lernen, weil es uns Gottes liebenden Charakter aufschließt.


Gott liebt uns sowieso und niemand und nichts kann uns von dieser Liebe trennen. Seine Gebote sind nicht sein Bewertungsmaßstab an uns, sondern gute Ratschläge, damit unser Leben flutscht und funzt. Wenn wir uns nicht an sie halten, ändert das nichts an Gottes Zuneigung, sondern wir manövrieren uns damit nur aus Gottes Segensstrom. Das ist aber für Gott kein Hindernis und zu lieben und wenn wir Buße tun (das heißt Umkehren zu Gottes Ordnungen) sind wir wieder im Segensstrom.


Deswegen sagt Gott zu Dir: Alles ist Dir erlaubt, genieße Dein Leben und bleibe in meinen Ordnungen, damit Du auch in Zukunft genießen kannst.


So ganz nebenbei gesagt ist das die frohe Botschaft des Evangeliums (das war jetzt doppeltgemoppelt). Lasst uns aufpassen, dass wir Gottes Ordnungen nicht mit einer bürgerlichen Moral verwechseln. Es geht nicht darum, dass wir die Sünde verurteilen, sondern darum den Sünder zu lieben, damit er errettet wird.


Johannes 3

17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn errettet werde.



Wenn schon Jesus nicht richtet, dann solltest Du es auch nicht tun, weder bei Dir selbst noch bei anderen. Denn Dein eigenes Gericht kann Dich auch ganz schön unter Druck bringen und dann kannst Du nicht mehr genießen. Genau das hat der Prediger Salomon auch schon gewusst. Wir sollen nur darauf achten, dass wir sauber durchs Leben gehen und wenn wir irgendwo dreckig geworden sind, dann bitten wir Gott ernsthaft und aufrichtig um Vergebung. Und den anderen Menschen um uns herum, die in Sünde leben, denen vergeben wir sowieso. Die Motivation dabei, dass wir vergeben, damit wir genießen können, ist übrigens mehr als legitim, sie ist notwendig. Denn wir vergeben nur gerne, wenn wir dabei einen Vorteil für uns wittern. Und dieser Vorteil ist ja genau der Grund warum wir an anderen Stellen auch sündigen. Es geht uns doch nur um unser Wohlergehen. Wir sündigen, weil wir wollen, dass es uns gut geht – nur das es eben auf diesem Wege nicht klappt – vielmehr vergeben wir auch, damit es uns gut geht.


Und zum Schluss noch etwas ganz wichtiges. Du kannst nun Deine Videothek leer gucken, Deinen Getränkemarkt leer trinken, Deine Dönerbude leer essen (versuche auch bitte die anderen Geschmacksknospen zu benutzen, die Gott Dir auch geschenkt hat) und Dir in Onlineshops Deine Kreditkarten (oder Papis) bis zum Limit leer kaufen, um Dich dann zuhause an den tollen Sachen zu erfreuen. Dann wirst Du früher oder später an den Punkt kommen – spätestens, wenn Du alles hast, was Du schon immer haben wolltest – wo Du merkst, dass deinem Wohlergehen irgendwie noch nicht so recht geholfen ist...


Dann denke an die Worte Jesu:



Lukas 10

27 Er aber antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand und deinen Nächsten wie dich selbst.«



Diese Worte sind – wie bereits gesagt - nicht Gottes Pflichtprogramm und Bemessungsmaßstab, sondern sein Hinweis an Dich, wie Du glücklich wirst! Es gibt nichts Befriedigenderes als zu sehen, wie Menschen von Neuem geboren werden, die Herrlichkeit Gottes zu erleben und das Gefühl zu haben, jemand anderes etwas Gutes getan zu haben. Dafür benutzte Deine Kreditkarten und Deinen DVD-Player und Deinen Kühlschrank und Du wirst ein wahrer Genießer werden...







Ein Artikel von Glaube.de )
Autor: Fabian Heinze, Jugendpastor der Gemeinde auf dem Weg, Berlin
Quelle: Jugend auf dem Weg (Homepage JadW)


Mit freundlicher Genehmigung von Fabian Heinze



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