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Autorenecke   Jesus und ich -- ein Fall für zwei!!
12.12.2006 von Willy

Ein Leben mit Jesus? Nein, etwas Spannenderes kann ich mir nicht vorstellen!

Ein Puzzle – wie gern habe ich als Junge an trüben Tagen meine Zeit mit einem Puzzle vertrieben! Ja, manchmal brauchte es schon einiges an Geduld um nicht aufzugeben. Da halfen manchmal meine Schwestern mit...

Vor Dir liegt hier ein Puzzle aus meinem Leben. Nicht chronologisch exakt ergaben sich die Einzelteile. Es waren meine Freunde, die mich drängten, spontan aus meinem Leben zu berichten. So ergaben viele Splitter ein Bild. Vielleicht ist der Vergleich mit dem Kaleidoskop zutreffender. Die bunten Glassplitter ergeben je nach Zusammentreffen ein neues Bild.

Ich versuche nicht, die Abschnitte chronologisch zu ordnen. Es ist mir vielmehr wichtig, dass jeder Abschnitt für sich betrachtet werden kann.

Was mir am Herzen liegt ist, hier aufzuzeigen, dass auch ein Leben mit einer Behinderung Sinn macht, wenn ich es Gott zur Verfügung stelle. Ich möchte Mein Leben mit Jesus Christus leben und das auch andern Menschen mitteilen.

Spannender als mit Jesus zu leben geht es nicht. Zusammen sind wir immer für Überraschungen gut. Ihm will ich aller Ehre geben.

Wo soll ich nur anfangen? Nun darf ich ja auf viele Jahre zurückblicken, die ich mit Jesus lebe. Und bei allen Stürmen, die ich erlebte ist es nie mein Gedanke gewesen, von Jesus wegzulaufen.

Meine Kindheit war in mancher Hinsicht bedrückend. Vater hätte gern einen Vorzeigesohn gehabt. Aber diesen Anforderungen konnte ich nicht gerecht werden. Von klein auf körperbehindert war ich in der Schule die Lachnummer im Sport. Das drängte mich bald in die Rolle des Einzelgängers. Bald fürchtete sich die ganze Schule vor meinen unkontrollierten Wutausbrüchen...

Über alles konnte man in unserer Familie sprechen – doch von Gott und Jesus hörten wir nie etwas. Das sollte sich aber ändern.

Um dem Streit und den Spannungen zu Hause auszuweichen, stürzte ich mich mit 16 Jahren voll ins Vergnügen. Als Schüler an der Musikschule konnte ich viele gute Konzerte gratis besuchen. So war ich seit Beginn meiner Lehrzeit nur selten zu Hause...

Aber dann hatte sich das Leben meiner Mutter sehr verändert. Sie war so ruhig geworden, ausgeglichen. Wir Kinder beobachteten sie sehr genau. Mit der Zeit fiel mir aber auch eine Veränderung bei mir auf. Ich blieb plötzlich weit mehr zu Hause als zuvor. Mir war bei Mami einfach wohl. Das konnte ich überhaupt nicht erklären.

Mami hatte angefangen die Gottesdienste der kleinen Pfingstgemeinde im Nachbarort zu besuchen. Sie war eine echte Beterin geworden. Und meine kleine Schwester begann auch dorthin zu gehen.
Und dann lud Mami mich einmal ein zu einem Gottesdienst.
„Nein, heute komme ich nicht. Ich erwarte einen Freund. Ein anderes Mal... vielleicht.“ Ehrlicher wäre gewesen, wenn ich gesagt hätte: „Da bringen mich keine sieben Pferde hin, ich will noch keinen Sarg für mich zimmern!“ Meine Antwort war verlogen. Bisher machte mir so etwas auch nichts aus...
In der folgenden Woche provozierte ich Mutter wie ich nur konnte. Ich wollte einen Grund haben, nicht auf ihre Einladung einzugehen. Aber Mami schwieg eisern. Und ich -- am folgenden Sonntag war ich im Gottesdienst.

Der Mann da vorn regte mich auf. Immer wieder wies er mit einem Finger auf mich und brachte dann wieder etwas aus meinem intimsten Leben aus... Und immer folgten die Worte Gott will... Woher wusste der Mann all das? Hatte Mami ihm so viel verraten?
Schließlich kamen wir heim. Ich fing an meine Geige und die Ohren meiner Hausgenossen zu quälen. Und schließlich warf ich mich auf den Boden und bat Gott aus meinem Leben etwas zu machen. Tage später merkte ich , dass Gott mich erhört hatte: ich hatte nur den Gedanken, am Abend die Gebetsstunde der Gemeinde zu besuchen.
Und weil mich Jesus bis heute nicht weggeschickt hat, bin ich bei ihm geblieben...

Kurz darauf besuchte mich mein Patenonkel. Voller Freude erzählte ich ihm, was ich erlebt hatte. Mit Tränen in den Augen meinte er: „Darum habe ich 17 Jahre lang gebetet!“ Hier bin ich also, eine Gebetserhörung.

Viele Hochs und Tiefen gab es in meinem Leben. Eine Sache, die mir bis heute manchmal Mühe macht: so viele Menschen werden durch Gebet geheilt -- und ich stehe immer noch täglich mit Schmerzen da. Sicher durfte ich schon vieles erleben. Aber gerade heute musste ich dem Herrn wieder einmal sagen, dass mich die ständigen Schmerzen fertig machen und dass ich fast nicht kann. Meist antwortet Gott mit einer unbändigen Freude und tiefer Ruhe. Aber ich erwarte immer noch, dass ich von Ihm berührt und ganz geheilt werde.

Inzwischen war einige Zeit verstrichen und ich wohnte nicht mehr in meinem Elternhaus. Ich erinnere mich noch gut. Man hatte mich eingeladen zum Abschluss einer Bibelwoche. Ich fuhr mit dem Rad hin. Die Bibelstunde hatte bereits begonnen als ich die Bauernstube betrat. Neben dem alten Prediger war noch ein Stuhl frei und er forderte mich auf, mich zu ihm zu setzen. „Wir lesen Jesaja 53. Lies Du uns das vor, als wäre es nur für Dich allein geschrieben. Also ich statt wir usw.“ Ich stotterte. Ich ging in der Irre, sah nur auf meinen Weg. Die Strafe liegt auf ihm, damit ich Frieden habe und durch seine Wunden bin ich geheilt... Zum ersten Mal wurde mir klar, dass Gott alles drangesetzt hat um mich zurecht zu bringen. Sein Heilsplan ist auf meine Bedürfnisse abgestimmt. Er kümmert sich persönlich um mich.

Willy


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