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Autorenecke   Heilung eines beunruhigten Geistes
24.03.2008 von Osponde

Ein beunruhigter Geist ist einer, der an ständiger Unzufriedenheit leidet. Ein so geprägter Mensch ist niedergeschlagen, verstört, ruhelos und findet keinen Frieden. Er sorgt sich um die Zukunft, hegt quälende Gedanken an die Vergangenheit und ängstigt sich um die Gegenwart. Und ich bin überzeugt, dass es heute mehr Menschen ohne inneren Frieden gibt als in jeder Generation der Vergangenheit!

Wir, die wir in New York City leben, nehmen täglich die Anzeichen dafür wahr. Wenn man vor den Theatern am Broadway steht und beobachtet, wie die Besucher die Shows verlassen, entdeckt man nur selten ein Lächeln auf den Gesichtern. Diese Leute haben acht Dollar bezahlt, um die Last des Alltags für eine Weile zu vergessen - aber sie gehen belasteter nach Hause, als sie gekommen sind!

Offenbar sind viele Gläubige, die Jesus lieben, in ihrem Denken genauso bedrückt wie die zahllosen Ungläubigen. Das erkenne ich zum Beispiel an manchen Briefen, die wir erhalten. Dutzende Christen liegen nachts voller Sorgen und Nöte wach.Sie besuchen die Gottesdienste mit der Hoffnung, etwas Erleichterung von ihren Lasten zu finden. Doch sobald sie die Gemeinde verlassen, stellen ihre Sorgen sich wieder ein.

Warum sind so viele Menschen heute in ihrem Denken beunruhigt? Lassen Sie mich einige Gründe nennen, die mir, so glaube ich, der Heilige Geist gezeigt hat:

1. Viele Menschen sind durch vielfältigen Anforderungen unserer Zeit belastet Schon seit Jahrzehnten erklären uns säkulare Experten, dass Wohlstand die Antwort auf die Probleme der Menschheit sei. Eine gute Bildung, ein anständiger Job, ein schönes Haus, Geld auf dem Konto - all diese Dinge sollen den Menschen Würde und innere Ruhe verschaffen. Wenn jeder nur eine kleine Scheibe vom amerikanischen Traum erhält, so die Experten, dann würden unsere Verbrechens- und Drogenprobleme sich lösen. Nach dieser Theorie enden Menschen als Alkoholiker und Drogensüchtige, weil sie nie genug Selbstwert empfanden. Ihre Armut bringt sie um Möglichkeiten, die ihnen ein Gefühl der eigenen Würde vermittelt hätten. Wenn wir sie nun mit einem ordentlich bezahlten Job, einer vernünftigen Unterkunft und einem regelmäßigen Einkommen versorgen, kommt ihr Leben in Ordnung. Lassen Sie mich mit einer persönlichen Geschichte auf diese Theorie antworten. Vor Jahren wurde Nicky Cruz, ein unberechenbarer Bandenchef der Mau-Mau, für einen Tag aufs Land gebracht, um von einem Psychiater analysiert zu werden. Alle, die ihn kannten, hielten ihn für absolut unverbesserlich; es bestand keine Hoffnung, dass er sich je ändern würde.

Nachdem der Psychiater einige Stunden mit Nicky verbracht hatte, bestätigte er diese Einschätzung. Er erklärte Nicky, er sei völlig verrückt und es gäbe keine Hoffnung auf eine Rehabilitation. Der Grund? Nickys Kindheit unter größter Armut in Puerto Rico habe ihn um die Chancen gebracht, die andere genießen. Die Gesellschaft trug die Schuld daran, dass er ein Monster geworden war. Nicky sah den Psychiater an und sagte: "Hören Sie: Der Verrückte sind Sie! Mir macht's einfach Spaß, zu kämpfen. Aber sagen Sie doch mal - wie hat Ihre Mutter Sie denn behandelt?" Zum Schluss war er derjenige, der den Psychiater analysierte! Nicky hatte Recht - Armut ist nicht die Ursache der Sünde.

Warum sonst würden immer mehr wohlhabende Teenager nach harten Drogen greifen? Diese angeschlagenen jungen Menschen können materiell alles bekommen, was sie sich wünschen. Warum sollten sie sich in Drogen flüchten, wenn sie schon den inneren Frieden hätten, den materielle Dinge angeblich vermitteln? Warum werden immer mehr Ärzte, Rechtsanwälte und Geschäftsführer Alkoholiker? Sie haben eine befriedigende Arbeit, sechsstellige Jahreseinkommen, mehrere Autos und häufige Urlaubsreisen. Dennoch greifen sie immer häufiger zum Alkohol, um ihre innere Unruhe zu betäuben. Ich war auf der Wall Street am Ende eines Arbeitstages, wenn die Börse schließt. Die Türen der Handelshäuser öffnen sich und die Makler strömen heraus wie eine Herde Büffel und rennen zur nächsten Bar. Zu Dutzenden drängen sie sich um die winzigen "Tränken" der Wall Street und versuchen, ihre Gefühle im Alkohol zu ertränken. Warum sind sie nicht glücklich? Warum sind sie in ihrem Denken so beunruhigt? Sie haben doch alles, was sie angeblich brauchen, um Erfüllung zu finden: ein reichliches Einkommen, eigene Ferienwohnungen, teure Zigarren, Wein für DM 500 die Flasche, Luxusautos. Trotzdem betäuben sie sich mit Alkohol, um den Tag durchzustehen. Warum erreichen diese Leute keine Ausgeglichenheit und Erfüllung?

Der Grund ist ihre Angst, alles zu verlieren! Sie haben Angst vor einer Wirtschaftskrise, durch die sich mit einem Schlag alles in Luft auflösen könnte, was sie angehäuft haben. Jesus warnte davor, dass die Herzen der Menschen in den letzten Tagen durch zahllose Krisen in aller Welt in Unruhe geraten würden "Auf der Erde werden die Völker zittern aus Furcht vor dem tobenden Meer und den Wellen. Die Bewohner der Erde werden halbtot vor Angst darauf warten, was nun noch über sie hereinbricht. Denn die ganze Ordnung des Himmels wird durcheinander geraten" (Lukas 21,25-26). Jesus sagte, dass die Ereignisse, die über die Welt hereinbrechen werden, so erschreckend sein werden, dass die Menschen buchstäblich tot umfallen, weil ihr Herz versagt. Schon jetzt erleben wir solche Dinge, wie er sie vorausgesagt hat: chaotische Verhältnisse, Bestürzung und Verwirrung überall auf der Welt. Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit machen dies deutlich: * Japan, das Land mit der zweitgrößten Wirtschaft der Welt, erlebte einen rapiden wirtschaftlichen Verfall. Seine zweitgrößte Bank musste mit zwanzig Milliarden Dollar Schulden Konkurs anmelden. Auch andere Banken sind bedroht. * Alan Greenspan, der Geschäftsführer der amerikanischen Bundesreservebank, erklärte, der Börsenmarkt in den Vereinigten Staaten reagiere gerade so, wie vor dem Börsenkrach 1929. Die wilden Spekulationen, die wir zur Zeit erleben, sind seiner Ansicht nach dieselben, die damals in die Krise führten.

Fünf große Industrieunternehmen kündigten 50 000 Stellenkürzungen innerhalb von nur zwei Wochen an. * Der Präsident der Vereinigten Staaten wurde vom Kongress unter Anklage gestellt; doch die Mehrheit der Amerikaner reagierte gleichgültig. * Ein republikanischer Kongressabgeordneter erklärte, kurz zusammengefasst: "Vergessen wir die Anklage; vergessen wir die moralischen Fragen. Wenn wir den Präsidenten seines Amtes entheben, verlieren wir unseren Wohlstand und enden in einer Wirtschaftskrise." In seinen Worten spiegelt sich die Einstellung der meisten Amerikaner. Die Moral zählt nicht mehr, weil es nur noch auf Geld ankommt. Das Motto, das den jetzigen Präsidenten ins Amt brachte, könnte man so formulieren: "Wirtschaft ist alles!" * Ein angesehener Lehrer in New York City wurde entlassen, weil er eine Bibel auf sein Pult legte und sie seinen Schülern zur Verfügung stellte. Dieser Mann gehörte zu den besten Lehrern der Stadt und seine Klasse lag über dem Leistungsdurchschnitt. Hätte er eine Schachtel mit Kondomen auf seinen Schreibtisch gelegt, hätte das keine Folgen für ihn gehabt. Aber er wurde entlassen, weil er eine Bibel in die Schule mitbrachte! All diese Dinge sind für jeden bedrückend und irritierend, der Jesus liebt.

Manchmal gehen bei uns Dutzende Briefe von Christen aus allen Teilen Amerikas ein, die über den moralischen Niedergang unserer Nation betroffen sind. Ein solcher Brief kam von einem Prediger, der über 90 Jahre alt war. Er erinnerte sich an die Unmoral in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, die das Gericht der Wirtschaftskrise nach sich zog. Er erlebte den Wandel von der Pferdekutsche bis zur Raumfahrt, von knackenden Radios bis zum Internet. Ihm ist all das bekannt. Nun schreibt er, dass der Niedergang unserer Nation, wie wir ihn heute erleben, ihn mehr bedrückt als alles, was er je erlebt hat. Er kann kaum alles erfassen, sagt er, weil es so schnell geschieht; das Ausmaß der Verderbtheit lässt sich kaum noch ermessen. Dennoch gibt Jesus uns eine Zusicherung inmitten dieser schlimmen Entwicklung. Er sagt: "Erschreckt nicht ... es muss so kommen, aber das ist noch nicht das Ende" (Matthäus 24,6).

Jesus gibt uns zu verstehen: "Lasst euch durch die Entwicklungen, vor denen ich euch warne, nicht in Unruhe oder Sorge versetzen!"



2. Viele Christen sind beunruhigt, weil ihre Sündhaftigkeit, ihre Schwächen und ihr moralisches Versagen ihnen zu schaffen machen Es gibt viele Stimmen in der Welt, die analysieren, warum die Menschen so verstört und beunruhigt sind. Aber ihre Aussagen sind kaum mehr als eine Ansammlung verwirrender Begründungen. Es ist eine Tatsache, dass kein Christ, der Jesus aufrichtig liebt, sich durch den möglichen Verlust materieller Dinge beunruhigen lassen wird. Was ihn belastet, sind vielmehr Sorgen und Nöte im geistlichen Bereich! Paulus kannte die wahre Ursache unserer Nöte und Bedrängnisse.

In Römer 7 spricht er dieses Thema an: "... Wir tun nämlich nicht, was wir eigentlich wollen, sondern was wir verabscheuen ... Wir tun nicht das Gute, das wir gerne tun möchten, sondern das Böse, das wir verabscheuen" (Verse 15 und 19). Der Apostel sagt hier: "Genau das, was ich nicht tun will, tue ich letztlich doch. Aber das, was ich so gern tun würde, um Gott gehorsam zu sein, das kann ich aus mir heraus nicht leisten!" Paulus spricht hier für Tausende aufrichtiger Christen.

Sie sind betrübt, weil sie einfach nicht zum Sieg über die Sünde finden. Sie möchten das Richtige tun - heilig und rein vor dem Herrn leben. Und sie hassen die Sünde, die sie so leicht versucht und die ihre Gemeinschaft mit Christus unterbricht. Trotzdem fallen sie immer wieder darin zurück! Schließlich sind sie bekümmert, beunruhigt und erschöpft und rufen: "Ich armseliger Mensch! Ich will das nicht mehr, aber ich kann offenbar einfach nicht widerstehen! Warum bin ich nur so schwach? Und wie lange muss ich diesen Kampf noch ertragen? Werde ich mein ganzes Leben damit verbringen, unter Tränen Buße zu tun und meine Sünden zu bekennen, um dann doch wieder in dieselben Sünden zu fallen?" Menschen, die Jesus in dieser Weise lieben, werden weniger über wirtschaftliche oder sonstige Krisen in Sorge geraten, sondern sich eher Gedanken über die eigenen Fehler in der vergangenen Woche machen. Sie dachten, sie hätten diese hartnäckige Sünde überwunden, doch plötzlich war sie mit neuer Kraft wieder da. Jetzt sind sie traurig darüber, dass sie ihren Herrn wieder einmal verletzt haben. Und sie grübeln: "Warum versage ich so oft, obwohl ich doch eigentlich nur tun will, was Jesus gefällt?"

Es gibt einen wahren Maßstab für geistliche Reife Ich glaube, wir können unseren wahren geistlichen Zustand daran erkennen, wie beunruhigt wir über die geringsten Sünden gegen unseren Herrn sind. Manche Christen trauern nur über das, was sie als "schwere Sünden" betrachten: Ehebruch, Drogenmissbrauch, Alkoholismus, Fluchen. Aber ein wahrhaft geistlicher Mensch weiß, dass in Gottes Augen keine Sünde gering ist, und ist deshalb jedes Mal bekümmert, wenn er schlecht über andere geredet, einen schmutzigen Witz erzählt oder an bösen Gedanken festgehalten hat. Er weiß, dass diese Dinge in seinem Herzen entspringen, dem Zentrum seines Seins! Sie können Gott in solchen "kleinen Schwächen" ungehorsam sein, sich selbst entschuldigen und die ganze Sache vergessen. Aber wenn Sie das tun, werden Sie nie zur Reife in Christus gelangen. Ihre Gerechtigkeit lässt sich an Ihrer Weigerung messen, nichts hinzunehmen, was unseren geliebten Erlöser betrübt! Vor einiger Zeit sagte ich meiner Frau gegenüber etwas sehr Unchristliches. Meine Worte an sie waren völlig fehl am Platz und mein Fehler wurde mir augenblicklich bewusst. Ich wusste, dass ich ihr Unrecht getan hatte, und bat sie natürlich um Vergebung. Dann umarmte ich sie und sagte ihr, dass ich sie liebe. Aber in Gedanken war ich noch immer beunruhigt. Ich dachte: "Wie konnte ich etwas tun, dass Jesus so völlig widerspricht? Ich bin dem Herrn doch nie näher gewesen. Nie habe ich mehr gebetet als im vergangenen Jahr. Ich muss durch und durch böse sein, wenn etwas so Hässliches aus meinem Herzen entspringt." Ich hatte genau das getan, was mir verhasst war. Und ich war nicht einfach nur von mir selbst enttäuscht - ich war beunruhigt, verwirrt und besorgt. Ich ging in mein Büro, fiel vor dem Herrn auf die Knie und bat ihn, mich durch das Blut Christi rein zu waschen. In diesem Augenblick flüsterte der Feind mir zu: "Dieser kleine Schnitzer war doch nicht der Rede wert. Das hat keine besondere Bedeutung." Aber der Heilige Geist regte sich sofort in meinem Herzen und wies die Stimme des Teufels zurück. Er versicherte mir: "David, gerade die Tatsache, dass du über diese Sünde trauerst, ist der Beweis, dass ich in dir wirke. Je mehr du selbst über die geringste Missachtung meiner Liebe trauerst, desto näher kommst du dem Sieg!"

Weil wir fortwährend gegen die Sünde zu kämpfen haben, kann es jedoch sein, dass Paulus' Worte im Römerbrief für uns scheinbar keinen Sinn ergeben. Er schreibt: "... Früher wart ihr Sklaven der Sünde; aber jetzt gehorcht ihr von ganzem Herzen der Wahrheit, wie sie euch gelehrt worden ist. Ihr seid vom Dienst der Sünde befreit und steht nun im Dienst des Guten ... jetzt ... gehört [ihr] Gott. So kommt es, dass ihr tut, was Gott gefällt, und am Ende erwartet euch ewiges Leben. Denn Sünde zahlt ihren Lohn: den Tod" (Römer 6,17-18.22-23). Von der Sünde befreit? Menschen, die von ganzem Herzen der Wahrheit gehorchen, im Dienst des Guten stehen und tun, was Gott gefällt? Das kann doch nicht Ihr Ernst sein! Wenn wir diese Worte lesen, müssen wir ehrlich zugeben: "Ich bin der Sünde nicht gestorben. Ich bin noch nicht wahrhaftig freigesetzt worden. Ich stehe noch immer unter dem trügerischen Einfluss einer versteckten Sünde - und das macht mir zu schaffen. Wenn der Lohn der Sünde der Tod ist, welche Hoffnung gibt es dann für mich?" Hier sind zwei gekürzte Briefe von aufrichtigen Christen, die schrecklich gegen starke Bindungen zu kämpfen hatten.

Der erste Brief stammt von einem jungen Mann: "Ich werde ständig durch sexuelle Sünde versucht und gebe immer nach. Ich liebe Jesus von ganzem Herzen, aber ich merke, wie Gottes Gegenwart aus meinem Leben weicht. Aber obwohl ich ihn liebe, kehre ich immer wieder zu meiner Begierde zurück, die ich doch hasse. Ich weine wie ein Baby, während ich mich darauf einlasse, und bitte Gott mir zu helfen, es nicht zu tun. Aber ich tue es weiter. Ich vertraue darauf, dass Gott mich befreien wird, wie Paulus es in Römer 7 sagt. Und ich liebe Gott von ganzem Herzen. Doch ich weiß, dass ich Unrecht tue und fühle mich hilflos, mich zu ändern. Manchmal fühle ich mich in Ordnung, aber dann wieder habe ich das Gefühl, gesichtet zu werden wie Weizen. Ich komme mir vor wie ein Judas, der seinen Herrn verrät. Manchmal denke ich, dass Selbstmord der einzige Ausweg ist." Der zweite Brief kommt von einer verheirateten Frau, die mit einem anderen verheirateten Mann Ehebruch begeht: "Ich bete um Befreiung, Buße, Kraft. Ich gelobe, der Versuchung beim nächsten Mal energisch zu widerstehen. Aber wenn ich ihn [meinen Geliebten] sehe, falle ich in dieselbe Sünde zurück. Ich habe jahrelang ein reines, moralisches Leben geführt und hätte nie gedacht, dass ich zu so etwas fähig wäre. Aber nun bin ich in diese höllische Sünde gefallen und weiß nicht, wie ich damit aufhören soll. Wenn ich Ihren Predigtbrief lese, werde ich in meinem Gewissen überführt.

Ich habe gebetet und versucht, Dämonen auszutreiben, die vielleicht durch meine Sünde Macht gewonnen haben. Aber ich fühle mich so unter Verdammnis. Meine Gedanken kreisen um die vielen Bibelstellen, die vor dieser Sünde warnen. Ich komme mir vor wie ein hoffnungsloser Fall und bin voller Schuld, Angst, Panik und Abscheu. Ich fühle mich so allein und von Gott abgeschnitten." Wir bekommen viele solche Briefe - Hilferufe von Menschen, die über eine hartnäckige Sünde verzweifelt sind. Doch ich muss allen, die Jesus lieben und trotzdem in Verzweiflung leben, sagen: Dieser Kampf in Ihren Gedanken ist das Werk des Heiligen Geistes! Gott sandte uns seinen Geist, um gegen unser Fleisch - unsere irdische Gesinnung - mit seinen Lüsten und Begierden zu kämpfen. Wenn Sie also nicht beunruhigt sind, nachdem Sie gesündigt haben - wenn Sie Ihre Sünde ohne Schuldgefühle, Traurigkeit oder Reue abschütteln können -, ringt der Heilige Geist nicht in Ihnen. Doch wenn Sie selbst von der geringsten Schwäche überführt werden, sind Sie dem wahren Sieg sehr nahe. Der Heilige Geist gewinnt den Kampf in Ihrem Herzen, indem er eine göttliche Reue wirkt, die zu wahrer Buße führt!

3. Gott hat ein Gegenmittel, um einen beunruhigten Geist zu heilen!

Über alle diese Dinge, die uns innerlich belasten und beunruhigen, steht uns der Sieg offen. Dieser Sieg ist Teil eines Bundes, den Gott vor vielen Jahrhunderten mit Abraham und seinen Nachkommen schloss: "... dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen, und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, dass wir, erlöst aus der Hand unsrer Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen" (Lukas 1,71-75; Luther-Übersetzung).

Gottes Eid an Abraham und seine Kinder ist unmissverständlich klar: Er wird uns von allen unseren Feinden befreien, damit wir jeden Tag unseres Lebens ohne Furcht - unbesorgt und mit innerem Frieden - leben können! Geliebte Mitchristen, dieser Bund gilt für jeden von uns heute. Paulus sagt, dass alle, die Christus im Glauben als Herrn angenommen haben, "Abrahams Kinder" sind. - Nicht die natürliche Abstammung macht zu Kindern Gottes. Nur wer so wie Isaak aufgrund von Gottes Zusage geboren wird, zählt zu den echten Nachkommen Abrahams - (Römer 8,9). "Ihr seht also, wer die echten Nachkommen Abrahams sind. Es sind die Menschen, die sich auf Gottes Zusage verlassen" (Galater 3,7). Wie können wir die Verheißung dieses Bundes in Anspruch nehmen? Abraham stellte dem Herrn eine ähnliche Frage, als er keinen Ausweg aus seinem Dilemma sah. Er fragte: "Herr, mein Gott, womit willst du mich denn belohnen? Du hast mir keine Kinder gegeben ..."

Gottes Antwort lautete: "... Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn" (1. Mose 15,1; Luther-Übersetzung). Der Herr sagte ihm mit anderen Worten: "Abraham, ich werde mich selbst dir geben - und das ist alles. Ich werde dein Verteidiger und deine große Belohnung sein - weil ich bin, der ich bin. Du brauchst nie wieder einen Feind zu fürchten, solange du lebst, weil ich Gott für dich sein werde! Der Herr gibt uns in seinem neuen Bund eine herrliche Verheißung, die dieser Zusage entspricht. Er sagt: "... Dann werde ich ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein" (Hebräer 8,10). Tatsächlich hören wir seit dem Beginn der Schöpfung und überall in der Bibel immer wieder diesen Wunsch Gottes: "Ich möchte euer Gott sein!" Gottes Plan für uns ist immer einfach gewesen.

Er hat gesagt: "Ihr braucht keine Macht zu fürchten, die gegen euch angeht. Ich werde zu jeder Zeit als euer Verteidiger auftreten. Wenn ihr einfach auf meine festen Zusagen vertraut und euch im Glauben meiner Fürsorge anvertraut, werde ich der allmächtige Gott für euch sein. Ich werde alle eure Feinde besiegen und sie vor euch niederwerfen. Ihr werdet siegreich sein, mehr als ein Eroberer - und eure Tage in Frieden und ohne Furcht verbringen!"

Ich frage Sie: Leben Sie Ihre Tage ohne Furcht - mit ruhigem Geist und innerem Frieden? Die meisten von uns leben nicht einmal einen Bruchteil unserer Zeit so. Wir erleben hier und da Augenblicke des Frieden, gelangen aber nicht vollständig in Gottes Ruhe. Wenn Sie über eine hartnäckige Sünde beunruhigt, verwirrt und bekümmert sind, müssen Sie verstehen: Gott ist nicht zornig gegen Sie! Er möchte Sie nicht bestrafen oder verurteilen. Ganz im Gegenteil: Er sehnt sich danach, Sie mit seiner allmächtigen Kraft zu erfüllen! Gott sagt in allen seinen Bundesschlüssen im Wesentlichen dasselbe: "Ich suche nach einem Volk, das glaubt, dass ich es von allen seinen Feinden befreien werde! ... Denkt an den Bund, den ich mit euch geschlossen habe, und kümmert euch nicht um die fremden Götter! Mich, den Herrn, euren Gott, allein sollt ihr ernst nehmen! Ich allein rette euch aus der Gewalt aller eurer Feinde!" (2. Könige 17,38-39). Im Alten Testament waren diese Feinde heidnische Völker - Philister, Moabiter, Hittiter, Jebusiter, Kanaaniter. Alle diese feindlichen Mächte versuchten, Gottes Volk zu vernichten und in Gefangenschaft zu setzen.

Heute haben wir es mit Feinden auf der geistlichen Ebene zu tun - mit dämonischen Mächten, den Begierden unserer alten, fleischlichen Natur und bösen Absichten. Und im Neuen Testament wiederholt Gott seine eindringliche Bitte an sein Volk: "Ich will dein Gott sein - und du sollst mein Sohn, meine Tochter sein. Ja, du sollst von nun an bis in alle Ewigkeit mein Kind sein. Denke deshalb an den Bund, den ich mit dir geschlossen habe. Du sollst keinen Menschen und keine Macht fürchten, sondern nur mich. Ich werde dich aus den Händen aller deiner Feinde befreien - auch von dämonischen Angriffen, unwiderstehlichen Begierden, beharrlichen Gewohnheiten und allen hartnäckigen Sünden!" Vielleicht fragen Sie: "Aber warum erlebe ich nicht, dass dieser Bund sich in mir erfüllt?" Wenn Sie sich fragen, warum Sie ständig in Sünde fallen - warum Sie sich weiter schwach und machtlos fühlen und immer wieder genau das tun, was Sie hassen -, dann liegt es wahrscheinlich daran, dass Sie noch nicht völlig auf die herrlichen Verheißungen Gottes vertraut haben.

Gott gab Abraham alle diese Verheißungen: Er versprach ihm, sein Schutz zu sein, sein Lohn zu sein, alle seine Feinde zu besiegen und sogar Wunder für ihn zu tun, zum Beispiel durch ein Kind in seinem hohen Alter. Abraham glaubte allen diesen Verheißungen - und Gott sagte, dass Abrahams Glaube ihm als Gerechtigkeit angerechnet wurde. Genauso ist es der Beginn unserer Gerechtigkeit, wenn wir es aufgeben, unsere geistlichen Feinde aus eigener Kraft zu bekämpfen - wenn wir in unseren Herzen rückhaltlos darauf vertrauen, dass Gott fähig ist, alles zu tun, was er versprochen hat. Gott hilft uns dabei, indem er uns seinen eigenen Geist sendet, damit er in unseren Herzen wohnt. Der Heilige Geist ist die Macht Gottes und diese Macht erklärt allen dämonischen Mächten den Krieg: "... der Geist [begehrt auf oder 'kämpft'] gegen das Fleisch" (Galater 5,17; Luther-Übersetzung). Der Geist erklärt: "Das ist jetzt mein Wohnort, Teufel. Ich habe hier Stellung bezogen und ich richte das Banner des allmächtigen Gottes auf. Du regierst hier nicht mehr. Und du kämpfst nicht mehr gegen mein Kind; jetzt hast du es mit mir zu tun. Und ich werde dir nachjagen, deine Pläne durchkreuzen und dich an allen Fronten bekämpfen. Dieses Kind ist nun der Tempel des Heiligen Geistes!"

Im Geist zu wandeln ist nicht kompliziert. Es geht einfach darum zu glauben, was Gott gesagt hat: "Lebt aus der Kraft, die der Geist Gottes gibt; dann müsst ihr nicht euren selbstsüchtigen Wünschen folgen" (Vers 16). Einfach ausgedrückt bedeutet dies: "Vertraut auf den Heiligen Geist! Glaubt seiner Zusage, eure Sache in die Hand zu nehmen. Lebt in der Kraft seines Versprechens, für euch zu kämpfen!" Gottes Wort gibt uns eine felsenfeste Zusage, die ein sicheres Heilmittel für alle innere Unruhe und Bedrängnis ist: "Dann besprenge ich euch mit reinem Wasser und wasche den ganzen Schmutz ab, der durch den Umgang mit euren Götzen an euch haftet. Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Ich nehme das versteinerte Herz aus eurer Brust und schenke euch ein Herz, das fühlt. Ich erfülle euch mit meinem Geist und mache aus euch Menschen, die nach meinem Willen leben, die auf meine Gebote achten und sie befolgen" (Hesekiel 36,25-27).

Begreifen Sie, was Gott hier sagt? Sein Geist bewirkt das alles in Ihnen! Er wird Sie reinigen und Ihnen ein neues Herz geben. Er wird Sie zum Gehorsam führen und Sie veranlassen, das Richtige zu tun. Ihr Anteil besteht darin, mit unerschütterlichem Vertrauen zu glauben, dass er sein Wort erfüllen wird! Werden Sie Ihre Probleme, Ihre Zukunft, Ihr Leben und Ihre Sünden im Vertrauen in die Hände des allmächtigen Gottes legen?




Bibelstellen - soweit nicht anders angegeben - nach der Guten Nachricht.




Ein Artikel von Glaube.de.


Quelle: Tsps - deutsch Newsletter Aug 2001

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