Glaube - Wie kam es dazu ?

Glaube - Wie kam es dazu?

Würde ich sagen, dass mich diese Offenbarung in Form von 7 Visionen aus heiterem Himmel traf, wäre dies wohl nicht richtig. 17 Jahre war ich alt als es geschah, so habe ich es jedenfalls in Erinnerung und es zog sich über mehrere Tage hin, wo alles real Scheinende auf den Kopf gestellt wurde.

Nun muss man wissen, dass ich zu dieser Zeit in keinster Weise religiös war. An einen Gott des irgendwo wollte ich wohl glauben, ich zog es in Betracht. Über ein Christkind hätte ich mehr erzählen können als über Jesus Christus. Vom Teufel hatte ich oft genug gehört und dann gab es auch noch die Mutter Gottes, Adam und Eva, Moses, Kain und Abel, Petrus und Paulus und das war es auch schon. Kurzum, ich wusste gar nichts außer einiger Namen die mir im Kopf hafteten. Ich hielt alles für eine Geschichte die wahr sein konnte oder auch nicht, mich nicht interessierte und etwas für „Weicheier“ zu sein schien. Außerdem war mir dieses Buch – die Bibel – zu dick um ernsthaft in Betracht zu ziehen, es zu lesen.

Wie kam es nun zu diesen Offenbarungen?

Ich würde heute im Nachhinein sagen, dass eine wochenlange emotionale Aufladung diesem voraus ging. Ich jobbte in einem Orient Teppichgeschäft wo uns eines Tages ein Professor für Parapsychologie besuchte. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte einige wundersame Dinge. Wie aus einer anderen Welt kam er uns vor. Bei mir mischten sich die Gefühle und ich wusste nicht, ob ich staunte oder mich nur amüsierte. Wie ein verschrobener Fachidiot wirkte er nicht auf mich, und er sollte uns an diesem Tag noch eine Lektion verpassen, die ich so schnell nicht mehr vergaß. Er wollte uns an einem kleinen Beispiel vorführen, wie jedes bekannte physikalische Gesetz auf den Kopf gestellt werden konnte.

Mit ihm benötigten wir fünf Leute, die wir auch zusammen bekamen. Normalerweise waren wir nur zu zweit im Laden, doch an diesem Tag, wie der Zufall es so will, waren wir zu viert. Nun saß einer von uns auf einem Stuhl, umkreist von den restlichen vier Leuten. Der Professor schob die Zeigefinder unter die Kniekehle dessen, der auf dem Stuhl saß. Dasselbe tat ich gegenüber am anderen Bein. Die zwei anderen Teilnehmer nahmen sich auf dieselbe Art die Achselhöhlen vor.

Nun sollten wir versuchen ihn hoch zu heben. Es war ein unmögliches Unterfangen, wog er ja gerade mal um die 110 kg. Wir amüsierten uns köstlich und kamen uns recht albern vor. Auch der Professor hatte seine Freude und forderte uns auf, reihum jeweils eine Hand auf den Kopf von dem der auf dem Stuhl saß zu legen. Zweimal die Runde bis all unsere Hände wie Kartoffelpuffer auf seinem Kopf gestapelt waren. Wir wussten nicht recht, ob wir an der Nase herumgeführt wurden und hielten uns mit Lachen über Wasser. Der Professor mahnte uns noch einmal still und konzentriert zu sein. Auf sein Kommando sollten wir danach erneut probieren, ihn so hoch zu heben, wie wir es anfangs versucht hatten.

So standen wir still da und ich musste mit aller Kraft gegen einen erneuten Lachkrampf ankämpfen. Dann kam das ersehnte Zeichen. „Jetzt!“ sagte der Professor. Totenstill war alles, jeder brachte seine Finger an den vorgesehenen Platz und wir hoben ihn hoch. Total „Baff“ war ich nicht davon, dass wir ihn hoch bekamen, sondern erstaunt und erschrocken war ich davon dass er rein aus meinem Gefühl heraus nur noch ein paar wenige Pfund, vielleicht auch nur ein paar Gramm, zu wiegen schien.

Der Professor ließ uns wissen, dass wir etwas taten was nicht ginge und die Art wie wir es taten im Grunde purer Blödsinn war.

Ich war jung und offen für vieles und über die Maßen fasziniert von dieser Sache, die da geschah. Eine knifflige Frage galt es zu beantworten, und was dieses eine betraf, wusste ich immerhin genauso viel wie der Professor, nämlich gar nichts.

Also wollte ich es angehen und es ließ mich nicht mehr los. Ich stürmte die Büchereien und schleppte alles nach Hause was mit übernatürlichen Dingen zu tun hatte. Querbeet forschte ich mich durch und wurde es schnell müde. Ein Haufen sich wiederholender Unsinn schien es zu sein und im Grunde fand sich niemand, der mir den Eindruck vermitteln konnte, dass er wisse über was er redete. Wie sollte es auch anders sein. Es lohnt nicht aufzuzählen, was alles so sein Unwesen treibt, und ein Pendel macht auch nur was ich will.

Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass es nur eines gibt, auf was ich meine ganze Energie verlegen sollte. Suggestionskräfte war mein neues Schlagwort. Hier musste alles verborgen sein. Ich dehnte den Begriff noch etwas aus und nannte es bald Glaubenskräfte. Aus tiefstem Inneren war ich nun überzeugt, dass hier alle Fragen zu beantworten sind. Nicht den Sinn des Lebens meinte ich sondern Dinge durch Willen zu bewegen, darauf hatte ich Lust. Das schien mir ein Abenteuer wo es sich lohnen sollte, dran zu bleiben. Mir war schon bewusst, dass mein Unterfangen im Prinzip etwas verrückt war, doch nach dem Erlebten im Laden war nichts mehr wie vorher. Klar war mir natürlich auch, dass man nicht imstande ist, auf einmal etwas zu glauben und es dann zu tun. Die Barriere des Seins galt es nun zu überwinden. Stundenlang hätte ich wohl ein Streichholz anstarren können, ohne dass es sich entzündete. Wusste ich doch genau, dass es dafür eine Reibefläche gab, und da lag der Hund begraben.

Ich fragte mich ernsthaft, wie ich den Unsinn mit der Reibefläche aus meinem Hirn treiben konnte. Logisch, dass ich mit diesem Unterfangen versagt hatte und entschied mich dafür, das ganze als nicht mehr so wichtig zu nehmen. Dennoch nagte es weiter an mir, etwas gedämpfter als vorher, aber es nagte.

Als sei das Ganze nicht schon genug, liefen mir zu dieser Zeit ständig irgendwelche indischen Mönche über den Weg. Sie sahen schon lustig aus, mit ihren kahlgeschorenen Köpfen, ihren roten Wickelgewändern, wie sie bummelnd durch die Kaufhauspassage liefen und jedermann freundlich ansprachen. Ich versuchte ihnen so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen, denn sie hatten auch einiges zum Verkauf dabei.

Im Beisein meiner Freundin gelang es dann doch einem von ihnen, mich festzunageln. Um diesen guten und freundlichen Menschen wieder loszuwerden, kaufte ich ihm eine Schallplatte und eine kleine Fibel ab. Es hatte mal gerade fünf Mark gekostet, und aus dem Fibelchen sollten sich sicher neue Erkenntnisse gewinnen lassen. Was diese Mönche zu sagen hatten, interessierte mich schon. Nur an die große Glocke hängen, wollte ich es nicht.

Nun bin ich Led Zeppelin Fan und man mag sich vorstellen, wie mir zumute war als ich die indische Scheibe auf den Teller legte. Die Haare standen mir zu Berge denn egal an welcher Stelle ich anspielte, ich hörte ständig das gleiche, obwohl es sich um verschiedene Titel handelte. Ganz objektiv wollte ich sein, und hören was es hier für meine Seele zu gewinnen gab, musste jedoch passen.

Das Fibelchen hatte ich an zwei Abenden durchgelesen, manches sogar mehrmals und fand einige Parallelen zu meinen eigenen Gedanken. Insbesondere wenn es sich um die Kraft des Glaubens handelte. Ansonsten hielt ich sie für Gefangene ihrer Phantasien. Was ich dennoch hier mitnahm, waren die Gedanken an ein Jenseits, das ich von nun an sehr ernsthaft in Betracht zog. Für Lügner hielt ich diese Leute auf keinen Fall. Von nun an stellten sich mir Fragen nach einem Gott. Religionen gab es eine Menge und man konnte so allerlei glauben oder es auch lassen. Nun kam eine ganze Flut von Berichten über den Film „Der Exorzist“ und das sprengte so ziemlich alles was ich bisher so gehört hatte. Er war gerade in den USA angelaufen und beschäftigte die Medienwelt. Plötzlich war der Teufel ganz schön lebendig und hinterließ sogar hier und da seine Spuren. Das große Thema war er und alles was man über ihn zu wissen schien, schrieb man nieder.

Nach wahren Begebenheiten sollte der Film sein. Klar war, dass ich mir davon selbst ein Bild machen musste.

Als nun Premiere war wurde das Kino von Christen mit Flugblättern belagert die davor warnten sich diesen Film anzuschauen, worüber ich mich noch belustigte. Fest war ich zu dieser Zeit überzeugt, dass es so was wie einen Teufel nicht geben kann, wozu auch. Eher war ich der Meinung, dass es einiges gibt, was im Menschen teuflisch ist und dass er zu einigem fähig ist. Selbst die Schwerkraft aufzuheben, so glaubte ich, da ich ja ähnliches erlebt hatte. Nun sah ich mir den Film an und auffallend war, dass fast alle Besucher von einem Lachkampf in den nächsten gingen als sei man in einer besseren Disney-Produktion. Ich schien der einzige zu sein, der da eine Ausnahme bildete. Angewidert war ich und schockiert, manchmal musste ich wegsehen, was ich so von mir nicht kannte.

Ich hatte mich ja schlau gemacht und wusste, dass Lachen eine Abwehr gegen den Schrecken in den Gliedern ist. Nur wollte mir das nicht gelingen. Sehr ernst und bewusst nahm ich diesen Irrsinn auf, der von Menschenhand gemacht und dieses Grauen mit sehr realen Zügen darstellte.

Nach dem Film war es nicht so, dass ich Angst hatte, aber es war so, dass ich es nicht einfach so als Film abtun konnte. Tief betroffen war ich, emotional hoch geladen und um einen wahren Kern der ganzen Sache glaubte ich zu wissen. Alles in allem summierten sich die letzten Wochen und ich mühte mich klare Gedanken zu behalten.

Ich beschäftigte mich noch ein wenig mit dem Thema „Exorzismus“ und alles sollte nun zum Selbstläufer werden. Wenn ich abends zu Bett ging, die Augen schloss, tauchten sofort widerliche Fratzen auf, die über die Maßen bedrohlich waren. Der Anblick war nicht zu ertragen und so real kam mir noch nie was vor Augen was nicht sein konnte. Bald war es auch völlig egal, ob ich die Augen auf oder geschlossen hatte, ich wurde diese Gestalten nur los, indem ich das Licht einschaltete. Eine Zigarette nach der anderen wurde geraucht. Völlig unter Spannung stand ich und fieberhaft rätselte ich darüber nach, wie ich mich selbst überlisten konnte diesem Grauen zu entkommen.

Ich glaubte, was man selbst herbeiholt und nur Einbildung war konnte man auf irgendeine Art auch wieder wegschaffen. Zwei oder drei Tage vergingen ohne dass ich der Sache gewachsen war. Nur wenig Schlaf hatte ich und auch da hatte ich keine Ruhe. Nun kam hinzu, dass ich mich körperlich bedroht fühlte. Es war gefühlsmäßig so, dass ich wie erstarrt da lag, bewegungsunfähig und etwas würde von außen in mich eindringen und auch wieder raus gehen oder mich lähmen, bannen und wieder loslassen. Ich konnte es mir nicht erklären. Und nun hatte ich echte Angst. Eine Angst wie ich sie zuvor und danach nie mehr im Leben mich erfassen sollte.

Ich hörte nun auf an Einbildung zu glauben, fing an zu beten und suchte mit all meinen Sinnen nach Gott.

Die Visionen setzten nun ein und war eine beendet war es mir als kehrte ich in meinen Körper zurück und brauchte immer eine kurze Weile ihn bewegen zu können. Es war als wäre ich weg gewesen. Völlig erschöpfend eine solche Vision. Ein einziger Alptraum war nun alles und ging schon ein paar Tage. Ich vermochte nicht zu sagen, was es war, das mich hier die Stellung halten ließ. Irgendwie war mir als würde eine innere Stimme mir sagen: Halte aus, es geht vorbei, dir kann nichts passieren. Vielleicht war es auch einfach nur Furcht vor irgend welchen Pillen, wenn ich zum Arzt gehen würde - wäre mir auch nur peinlich gewesen. Vielleicht ist es auch eine besonders Art von Mut mit bis zum Anschlag vollen Hosen Dinge bewältigen zu wollen oder einfach nur eine Form von Dummheit.

Wie dem auch sei, ich saß im Bett und selbst das Husten eines Flohes wäre meinem Ohr nicht entgangen, so voll Anspannung war ich. Angst hatte ich ohne Ende und neugierig war ich ebenso und glaubte wirklich über kurz oder lang hier schon alles zu regeln. Vor meinem Bett hatte ich mittlerweile lauter Kreuze gelegt. Aus Streichhölzern hatte ich sie gemacht, einige Kerzen brannten und ein Kreuz hatte ich mir um den Hals gehängt. Ich suchte etwas woran ich mich festhalten konnte. Bis hier her hatte ich die Visionen nicht verstanden und nahm immer noch an, dass sie mehr oder weniger auf meinem eigenen Mist gewachsen sind. Auch mein eigenes Beten nahm ich nicht unbedingt ernst. An diesem Abend beschloss nicht mehr in meinem Zimmer zu schlafen und zog ins Wohnzimmer. Die Gelegenheit war günstig, denn meine Eltern wollten noch einmal ausgehen und ich beschloss noch ein wenig fern zu sehen und einfach auf der Couch einzuschlafen. Eben noch hatte ich tschüss zu meinen Eltern gesagt, hörte die Haustüre zufallen und machte gerade den Lichtschalter aus um mich auf die Couch zu legen, als es ans Fenster klopfte. Wir wohnen im Erdgeschoss und es war normal dass wenn jemand abends noch bei mir vorbei kam ans Fenster klopfte, da um diese Zeit meine kleinen Geschwister schon schliefen und klingeln untersagt war. Ich machte das Licht wieder an und ging Richtung Fenster. Jetzt erst bemerkte ich, dass die Rollläden unten waren. Ein riesiger Schrecken fuhr mir durch die Glieder. Hier in diesem Raum war nur ich und trotzdem hatte jemand laut und deutlich dreimal gegen das Fenster geklopft.

Das hatte mich hart getroffen, denn bisher wusste ich mich in der Alltäglichkeit bewahrt oder wie man es auch nennen mag. Alles war bisher geschah spielte sich in einer Art Trance ab wobei ich nie genau wusste, ob ich schlief oder wach war. Werde ich in einen Bann gelegt, halluziniere ich, ist alles reine Nervensache oder irre ich dann und wann in einer anderen Dimension umher? Jetzt schien alles aus dem Ruder zu laufen. Im hellwachen Zustand auf den Füßen stehend bekam ich es nun mit "Klopfgeistern" zu tun. Aber noch immer wehrte ich mich gegen den Gedanken es hier mit etwas Übernatürlichem zu tun zu haben. Das Thema Wohnzimmer hatte sich nun erledigt und schnell fand ich mich in meinem Zimmer wieder. Diese Nacht sollte ich Ruhe haben und so etwas wie dieses Klopfen blieb eine einmalige Angelegenheit.

Ich fing nun an in der Bibel zu lesen und befasste mich mit intensiv mit Jesus Christus. Jedes Wort verstand ich von ihm und im Prinzip war es das, womit ich mich schon intensiv befasste. Von einer Notwendigkeit gerettet zu werden wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts, aber tief ergriffen war ich von seiner Liebe und nahm ihn Wort für Wort ernst, was die Kraft des Glaubens anging. Seltsam, dass mir hier gesagt wurde von was ich sowieso felsenfest überzeugt war. Hier fand ich mich wieder, wollte ich dranbleiben, und war darüber glücklich. Allen anderen Mist ließ ich fallen, erkannte seine Bedeutungslosigkeit und sehnte mich nach Erkenntnis. Ich fühlte mich schon nahe an meinem Ziel.

In dieser Nacht hatte ich die Vision mit der tanzenden Frau und dem Teufel. Ich weiß noch wie meine Mutter die Tür aufriss und ziemlich verstört war. Ich konnte mich gerade wieder bewegen und sie beruhigen. Ein schlechter Traum sagte ich zu ihr und es ginge schon wieder. Was sie dann sagte erschrak mich zutiefst: „Das hat sich schlimm angehört. Als wenn Du drei Meter untern in der Erde gewesen wärst.“ Sie wirkte sehr verwirrt, voll Sorge,lachte dabei und war über meinen Zustand sichtlich erleichtert. Sie wusste ja nicht was sie in ihrer Aufregung daher redete. Dass ich mir etwas einbildete schwand immer mehr. Hoffnung, dass es zu einem Ende kommt hatte ich dennoch. Ich setzte nun meine ganze Hoffnung auf Gott. Er schien mir das einzig Sinnvolle. Auch wenn ich nach wie vor es in Betracht zog, dass alles Trugbilder sein mögen, hatte die ganze Sache einen Haken. Nicht mit Schafen, Klopfgeistern oder bösen Kobolden hatte ich es zu tun. Der Teufel selbst machte sich die Mühe mich zu besuchen. Das hatte gesessen. Ich wusste, wenn ich hier nicht aus eigener Kraft herauskomme oder durch den Glauben an Gott, werde ich keinen Frieden mehr finden. Ich hatte nun erstmals ernste Sorge um mich. Wer sollte mir hier helfen?

Nach dem Erlebten was niemand im Stande ist nachzuvollziehen, ist jeder Rat der Rat einer Pappnase. Wer hierüber redet, spricht nach und hat nicht die geringste Vorstellung von was er redet. Vieles musste ich ertragen, hatte zu keiner Zeit die Möglichkeit eigenständig zu agieren. Meinen Gefühlen ausgeliefert harrte ich aus und hoffte auf ein Ende. Das ganze wurde begleitet von inneren Eingebungen, Erkenntnissen sodass mir vieles wie Schuppen von den Augen fiel. Obwohl voller Zweifel, mir selbst nicht über den Weg trauend, hatte ich das Gefühl mich Gott immer mehr zu nähern. In der folgenden Nacht sollte alles zum Ende kommen. Der König aller Könige hatte sich mir offenbart und einen gewaltigen Eindruck in mir hinterlassen.

Nun wusste ich aus tiefstem Inneren heraus, dass mir nichts mehr passieren würde. Obwohl ich gar nicht wusste, wer der König der Könige sein sollte, kam es mir ins Innere, das er das Sagen haben musste. Ab da konnte ich wieder ruhig schlafen und kam in den folgenden Tagen Angst auf, gedachte ich seiner und was er sagte. Dadurch fand ich schnell meine Ruhe. Ein paar Tage später hatten wir Besuch. Ein Bekannter meines Stiefvaters war er und ein Christ. So fragte ich ihn, ob er jemals was von einem König aller Könige gehört habe.

„Das ist Jesus.“, sagte er und ein Schauer lief mir über den Rücken. Nicht im geringsten hatte ich ernsthaft geglaubt mit meiner Frage Erfolg zu haben. Ich nahm sofort die Bibel und verdrückte mich in mein Zimmer. Ich las in der Offenbarung was ich nicht glauben konnte und war völlig von den Socken. Hier las ich über ihn so, wie ich ihn empfand als ich ihn sah, und seine Stimme wurde beschrieben, wie ich sie hörte und auch sein Aussehen ist so, wie ich es sah.

Fürs Erste war meine Suche nun beendet. Ein woher und wohin konnte ich zu den Akten legen. Ich wusste um Gott, um seinen Sohn Jesus Christus und ich fand keine Möglichkeit auch nur irgendwie dagegen zu argumentieren. Ich glaubte nicht, sondern ich wusste.

Ich wurde von Gott geknebelt, gebunden und ins Gefängnis gebracht. Ich hatte eine Verheißung mir zum Guten noch in meinem Leben. (Dies ist sinnbildlich gemeint und es brauchte eine Zeit ehe ich verstand, was mir als Eingebung gegeben war.) So schwieg ich und führte mein Leben außerhalb jeder Kirche. Ein ganz normales, unauffälliges Leben eben. Ich übte meinen Beruf aus, heiratete und zeugte zwei Söhne. Weltliche Sorge nagte an mir wie an jedem anderen. Es gab aber nichts, was mich wirklich ernsthaft beunruhigen konnte. Nichts, was mir wirklich Angst machte. Es gab nichts, was im Stande war mich niederzudrücken. Sämtliche Visionen saßen tief in meinen Gliedern und nur über sie war ich in der Lage zu sehen. So wurde mein Leben mir zur Lehre und Gott war es, der mich begleitete. Auch wenn ich ihn oft weit weg wähnte und mich verlassen fühlte, war er sofort zur Stelle, wenn ich aus tiefstem Inneren zu ihm rief. War ich ungeduldig und verspürte den Drang in seinem Sinne etwas zu tun, wurde ich auf später vertröstet.

Er allein wird es sein, der mich von meinen Fesseln lösen wird und wissen sollte ich dann was zu tun ist. Man kann es nur schwer erklären, aber sicher weiß ich dass jede Erkenntnis ein Lebendiges, tief in die Seele Eindringendes ist und seine Zeit bedarf. Auch Die Liebe will über die Zeit bewahrt werden, was nicht immer einfach ist. Auch etwas Schwaches zu kräftigen braucht seine Zeit. Um zu erkennen und zu verstehen, was mir damals widerfahren ist, brauchte es sowieso seine Zeit.

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