Aus heutiger Sicht möchte ich dazu folgendes sagen:
Wir leben heute in einer einer Gesellschaft die zunehmend erkaltet, von Menschen, die auf engstem Raum zusammenlebend immer mehr vereinsamen.
Psychische Erkrankungen nehmen rasend schnell zu, werden immer ernster genommen, als Bedrohung erkannt. Dies gilt nicht nur für die Betroffenen selbst, sonder auch für die mehr oder weniger Beteiligten, die mit dieser Situation oftmals überfordert sind.
Die von mir geschilderte Vision mag einem „überzogen“ anmuten. Erlebt man jedoch erst einmal den Zusammenbruch eines Menschen, bekommt man eine kleine Ahnung davon, was sich dort alles so verbirgt. So manches hat seinen ganz eigenen Schrecken, und man hätte es mit bestem Wissen gerade von „Diesem“ oder „Jenem“ nicht erwartet.
Ist man ein Betroffener, empfindet diese Finsternis, fühlt diese Ketten, sollte man sich fragen ob es Sinn macht die Ursachen hierfür an anderer Stelle als bei einem Selbst zu suchen.
Selbst wenn man sich ganz und gar nicht als Täter versteht, sich vergewaltigt, überfordert und benutzt fühlt, wo sollten die Gründe hierfür leichter zu finden sein als bei einem selbst?
Wo sollte es leichter sein etwas zu ändern, etwas zu bewegen als bei einem selbst?
Welch Müh, was für ein Unterfangen die Gründe dieses Unbehagens in seiner Umwelt zu suchen.
Wir leben nun einmal in einer Leistungsgesellschaft die ohne Rücksicht agiert, die ihr Tempo zusehends forciert, wo es zwangsläufig zu Ausfällen kommen muss.
In Hiob.36.8 ist folgendes dazu zu lesen:
„Wenn sie aber, gefesselt mit Ketten, gefangen sind in den Schlingen des Unglücks, so hält er dadurch ihr Tun ihnen vor und ihr Vergehen, weil stolz sie geworden.“
Für viele mag dieser Vers ein Schlag ins Gesicht sein und tatsächlich findet sich hier nichts was Mitgefühl zum Ausdruck bringt, oder so was wie göttliches Erbarmen erkennen lässt. Eher mutet es uns als ein hartes Urteil an, es so auszusprechen ist etwas, was sich ein jeder zweimal überlegen sollte. Man möchte einen solchen Vers am liebsten verschwinden lassen, ja jedes Gerede über Finsternis am liebsten gleich ganz lassen. Es ist eben ein sehr heikles Thema und schwer ist es damit umzugehen.
Gehen wir einmal davon aus, den Odem Gottes in uns zu tragen, wovon ich tief überzeugt bin, bringt uns jede Zuwiderhandlung gegen die göttliche Ordnung in einen Widerspruch zu uns selbst. Was so in unserem Inneren wütet, ist nicht etwa ein strafender Gott. Es ist eher so, als würden wir selbst Hand an uns legen, einem Gesetze in uns folgend, dass wir einfach nicht wahrhaben wollen.
In Blindheit und aus eigenem Ermessen ist man hierher gekommen. Man wird niemanden finden, den man für diesen Zustand verantwortlich machen kann.
So sitzt man hier voller Angst und Klage! Nicht vor Menschen sollten wir uns fürchten und auch nicht vor Dämonen oder Teufeln, denn keinem von Ihnen ist eine solche Macht gegeben uns tatsächlichen Schaden zuzufügen, einen Schaden von derlei Art, der uns dazu bringt, an einen solch finsteren Ort zu verweilen. Wir selbst sind es, wovor wir uns fürchten sollten ohne „wenn und aber“.
Unser Sinnen und Trachten ist es, was uns hierher gebracht hat. So haben wir unsere Herzen verschlossen, denn der Schmerz ist groß und die Furcht vor mehr Schmerz noch größer. Wir gehen so aufeinander los, voll gegenseitiger Schuldzuweißung und machen alles noch schlimmer. So entsteht keine Befreiung, sondern nur zusätzliche Täuschung.
Misstrauisch so vielem gegenüber, scheint uns hier an diesem Ort jeder Glauben und alle Hoffnung verloren zu gehen. Eine verloren gegangene Liebe ist es, die uns hier quält, und die Welt in Ihrem Sein ist nicht imstande sie uns zurückzugeben.
Ganz sicher sind es allesamt keine guten Eigenschaften die einen Menschen an einem solchen Ort festhalten und es gehört sicherlich eine Menge Mut dazu, seinem eigenen Spiegelbild zu begegnen, jeden falschen Stolz fahren zu lassen oder auch die eigene Scham zu überwinden.
Wer soll helfen? Wer soll unsere Wunden verbinden, dass sie heilen können? Wer soll imstande sein uns zu tragen? Auf wen können wir unsere Augen richten? Wer sollte im Stande sein unsere Herzen zu öffnen und nicht zu enttäuschen? Wer ist es, der gegen uns ohne jede Klage ist?
In dem sich keine Lüge findet, der ist es. In selbstherrlicher Vermessenheit hat man ihn ans Kreuz geschlagen, wo sich doch keine Schuld in ihm fand. Vom Vater im Himmel geopfert um unserer Sünden Willen, dass mit seinem Blut all unser Übel hinweggeschwemmt sei.
Seine Liebe ist es die uns atmen lässt, seine Langmut ist es, die uns auf den Beinen hält, und sein Erbarmen ist es, was uns ewiges Leben verheißt. Nichts davon vermögen wir aus uns selbst zu tun.
Durch den Prophet Jesaja lässt uns Gott in Jes. 42.16 folgendes wissen:
„Ich führe Blinde auf Wegen, die sie nicht kennen, auf Pfaden, die sie nicht kennen, lasse ich sie schreiten, mache Dunkel vor ihnen zum Licht und Kummer zur ebenen Fläche. Dies sind die Dinge, die ich vollbringe und nicht lasse.“
So spricht Gott mit uns, wo wir vor uns wertlos erscheinen, uns verloren glauben. Er spricht davon, an uns etwas zu vollbringen, es nicht zu lassen. Es ist nicht davon auszugehen, dass wir Sehende sind und zudem unsere Wege kennen. Er lässt uns auch wissen, wie er dies tut.
In Kol.1.13 ist zu lesen:
„Er entriss uns der Gewalt der Finsternis und versetzte uns in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben - durch sein Blut - die Vergebung der Sünden.“
Und aus dem Munde seines Sohnes, Jesus Christus, in Matt. 11.28 ist folgendes zu hören:
„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“
Wir können nichts dabei verlieren, uns auf unseren Herrn Jesus Christus einzulassen, sondern nur gewinnen!
Nächste Vision : Finsternis
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